Nova Scotia Duck Tolling Retriever

10 Gründe sich keinen Toller anzuschaffen

Toller sind klein und süss – aber sie haben es faustdick hinter den Ohren.
Wir lieben sie trotzdem, oder genau deshalb.

Damit Sie aber auch die "dunklen Geheimnisse" der charmanten Vierbeiner kennen und wissen, worauf Sie sich einlassen, hier ein paar wertvolle Insider-Infos:

1. Energiebündel

Toller haben extrem viel Energie. Obwohl sie nicht so hyperaktiv sind wie manch andere Rassen, brauchen sie viel Bewegung und müssen vor allem im Kopf gefordert und gefördert werden. Wer einen Hund will, dem ein gemütlicher, nachmittäglicher Spaziergang ausreicht – der muss anderswo suchen. Wer keine Zeit hat mit seinem Hund täglich mindestens eine Stunde aktiv Zeit zu verbringen (Bälle werfen bis der Arm abfällt, Nasenarbeit, Kunststücke beibringen und natürlich Spaziergänge zum Schnüffeln und Entdecken), der muss eine andere Rasse suchen. Müde Toller sind ruhige Toller – sofern sie es gelernt haben. Toller müssen in den ersten Jahren lernen, wie man sich beruhigt und auch mal "entspannt", für den Zweibeiner eine Geduldprobe.

2. Schlau, schlauer, Toller

Man kann es nicht oft genug betonen: diese Hunde sind schlau für Zwei. Den toller'schen Verstand zu beschäftigen ist eine Herausforderung. Den minimalen Grundgehorsam zu erlernen genügt für einen Toller nicht! Die meisten Tollerbesitzer sind in mehreren Hundesportarten aktiv (jagdliche Arbeit, Agility, Flyball, Fährtensuche, Mantrailing, Geländesuche, Obedience etc.). Auch ein Toller der "nur" Familienhund ist, muss Gelegenheit haben seinen Verstand zu benutzen. Wenn sie es selber machen ist es üblicherweise keine erfreuliche Angelegenheit (Sachen kaputt machen, bellen, jagen, Futter und anderes stehlen etc

3. Was hast du gesagt?

Die kleinen roten Hunde lieben die Arbeit. Doch manchmal sind sie nicht so einfach zu trainieren wie andere Hunde. Die Arbeit muss anspruchsvoll sein (aber natürlich nicht überfordernd) sonst sind sie gelangweilt und machen nicht mehr mit. Ihre Intelligenz liefert ihnen vielleicht noch zehn andere Wege etwas zu tun. Geduld, Verständnis und Flexibilität gehören für den Menschen zu den wichtigsten Grundregeln. Wenn Sie nicht sicher sind, dass Sie sich auf einen Hund einstellen können, der nicht nach Schema X lernt, sollten Sie keinen Toller in Ihr Leben holen.

4. Drück doch mal ein Auge zu

Reich ihm den kleinen Finger und er nimmt die ganze Hand. Toller sind meistens zu schlau den Hundeführer offensichtlich in Frage zu stellen. Stattdessen finden sie Lücken in der Verteidigung und nutzen diese gnadenlos aus. Sind Sie unfähig konsequent (liebevoll aber konsequent) zu sein und die Hausregeln aufrechtzuerhalten, werden sie irgendwann merken, dass der Chef im Haus ein kleiner, roter Vierbeiner ist

5. Very Important Persons

Wollen Sie einen Hund, der die ganze Welt als seine Familie betrachtet – der Toller ist es nicht. Toller sind liebe, freundliche Hunde und viele von ihnen gehen offen auf neue Leute zu. Aber das Labrador typische "Wir kennen uns seit drei Sekunden aber du bist mein neuer bester Freund", ist nichts für Toller. Die kleinen roten Hunde begrüssen auch Fremde, doch die überschäumende Freude werden sie sich für ihre Familie und ein paar ausgewählte VIPs aufsparen.

6. Arbeitstiere

Toller sind Jagdhunde und für die Arbeit gezüchtet. Sie haben einen unglaublichen Arbeitswillen und apportieren – vom Ball bis zum schmutzigen Socken – alles. Überarbeitete Wurf-Arme sind unter Tollerbesitzern keine Seltenheit. Toller sind Apportierverrückte die vor nichts Halt machen um an ihr Ziel zu kommen. Wenn der Ball im Wasser landet ist ihnen gleich ob Hochwasser ist, ganze Bäume darin schwimmen und gefährliche Strudel ihr Ende sein könnten. Der. Ball. Ist. Im. Wasser!

7. DER Schrei

Die meisten Toller beherrschen ihn. Einen lauten, schrillen Schrei, der Aufregung und Enthusiasmus ausdrückt. Für Nicht-Eingeweihte klingt es als würde der Hund mit der Kettensäge traktiert. Nicht alle Toller schreien – aber viele. Wer nicht die Geduld hat diese "Jubelrufe" abzutrainieren sollte nicht mit einem Toller zusammen wohnen. Der Schrei ist üblicherweise die Reaktion auf etwas, das Freude auslöst (Wasser, ein Spielzeug, ein Ball, eine Person, der Spaziergang beginnt gleich etc.) und ist kein konstantes Benehmen – es nervt trotzdem

 

8. Ich bin kein Wachhund

Toller sind generell sehr schnell im Anzeigen von Fremden. Und verlauten die Tatsache mit Bellen. Wer aber einen Wachhund sucht der – nun ja – richtig etwas bewacht, ist beim Toller falsch. Sie werden den Einbrecher zwar nicht gleich schwanzwedelnd zum familiären Futtervorrat begleiten – einen Einbrecher vertreiben werden sie aber auch nicht

9. Vorsicht, die Katze

Mit den Katzen im eigenen Haushalt klappt es meist sehr gut. Doch der starke Beutetrieb der Toller macht sie zu begeisterten Katzenjägern. Für den Toller ein spassiger Zeitvertrieb doch es ist unwahrscheinlich, dass er die Katze tatsächlich verletzen würde – aber das wissen die Katzen und Zuschauer nicht.

10. Eine haarige Angelegenheit

Toller haben einen jahreszeit-bedingten Fellwechsel. Auch dazwischen benötigt das lange Haarkleid viel Pflege und muss regelmässig geschnitten werden. Toller schwimmen gerne und wälzen sich mit Vorliebe. Was sie apportieren ist oft mit einer Mischung aus Schlabber und Schmutz überzogen. Für Pingelige und Allergiker nicht geeignet.

Fazit: Toller sind keine kleinen Golden Retriever!

Behalten Sie das im Gedächtnis, wenn Sie darüber nachdenken, sich eine "kleine rote Apportier-Maschine" anzuschaffen.
Falls Sie sich dieser Warnung zum Trotz mit dem Toller-Virus infiziert haben, freue ich mich von Ihnen zu hören.

Bitte beachten Sie die Wurfplanung.

Der kleine rote Hund in der Geschichte

Die Geschichte der Toller lässt sich weit zurückverfolgen.

In ihrem Buch "The Nova Scotia Duck Tolling Retriever" verfolgen die Autorinnen Alison Strang und Gail MacMillan die Spuren der Toller bis ins Holland des 15. Jahrhunderts. Hier ist von kleinen, roten Hunden die Rede, die bei der Entenjagd eingesetzt wurden und das sogenannte "Tolling" dafür anwenden. Eine konkrete Rassenbezeichnung gibt es allerdings nicht.

Das Buch zeichnet verschiedene Theorien zur Herkunft dieser speziellen Rasse nach. Etwa, dass im 17. Jahrhundert Franzosen ihre Hunde nach Kandada einführten, die von den holländischen Kooikerhondje abstammten und den Grundstein zum heutigen Toller legten.

Fest steht jedoch, dass Colonel Colwell in den frühen 1920er Jahren zum ersten Mal in seinem Leben einem Toller begegnete und sofort fasziniert war. Er war es auch, der sich in den folgenden Jahren aktiv um diese Rasse bemühte und es schaffte, den Nova Scotia Duck Tolling Retriever 1945 durch den Kanadischen Kennel Club anerkennen zu lassen.